Wie wird gearbeitet?

Hinführende Übungen ermöglichen Erfahrungen mit den Bewegungs- und Ausdrucksweisen des eigenen Körpers und mit der psychologischen Bedeutung von Abstand und räumlicher Anordnung. Beide sind wesentliche Elemente der therapeutischen Arbeit in „Strukturen“.

In einer Struktur hat der Klient die Gelegenheit, mit Begleitung der Therapeutin eine schwierige gegenwärtige Situation oder eine persönliche Frage zu bearbeiten. Dies geschieht in vier Schritten:

  • Die erlebte gegenwärtige Situation wird zunächst in all ihren äußeren und inneren Aspekten umfassend ergründet und in ihrer seelischen „Architektur“ im Raum anschaulich gemacht. In Einzel- wie in Gruppentherapie können hierfür (und weiter in allen anderen Phasen der Struktur) Objekte verwendet werden; in Gruppen stehen zusätzlich die anderen Teilnehmer als Rollenspieler zur Verfügung.
  • Oft wird aus dem Verstehen des gegenwärtigen Konflikts spontan die Verbindung zur Lebensgeschichte deutlich. Die Wahrnehmungsmuster und Verhaltensstrategien der Gegenwart sind unweigerlich geprägt von Erinnerungen an Erfahrungen mit den damaligen Bezugspersonen.
  • Die Kenntnis dieser hinderlichen frühen „Programmierung“, aber auch die Weisheit des Körpers mit seinen unwillkürlichen, im Dienste der Seele stehenden Impulsen und Empfindungen, ermöglicht die Konstruktion einer heilenden Szene, die diese Lebensgeschichte korrigiert: das symbolische Erleben genau dessen, was damals stattdessen notwendig gewesen wäre, wenn nämlich „ideale“ Bezugspersonen dem Klienten als Kind in seinen Anlagen wahrhaftig entsprochen hätten.
  • Diese Erfahrung heilender Interaktion wird mit allen Sinnen aufgenommen und wirkt tief befreiend. Sie erweitert die Wahrnehmung heutiger Situationen und setzt die innersten Kräfte frei zu (sich oft spontan einstellenden) Schritten der Selbst-Verwirklichung im Hier und Jetzt.